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Stadtwachtelrede 19.01.2013

Ich grüße Euch alle hier im Saal
zum fröhlichen, Stadtwachenkarneval.
Am 11.11. wie in all den Jahren
bin ich aus dem Taubenbrunnen gefahren.

Und seit Jahrzehnten abstinenz
Bin ich heut’ auch auf der Sitzung präsent.

Während ich unten im Brunnen saß,
Ich oben das Leben niemals vergaß.
Mit scharfem Blick ich sah das Getriebe,
Sah Lachen und Weinen, Hass und Liebe.

So hab' ich im tiefen Brunnenschacht,
Mir folgende Verse für euch erdacht.

Woran wir immer noch sehr kranken,
Ist das Gehabe unserer Banken
Die unverzagt - trotz vergangener Bankenkrise -
Weiter das gemeine Volk hereinlegen ganz ӿese.

WestLB und Deutsche Bank
sind da fröhlich miternand';
Taten sich so gar nicht zieren,
Den Libor-Zins zu manipulieren. `

Anfang des Jahres begann das Debakel
Mit dem großen Wulff-Spektakel.
Der Wunschkandidat der Kanzlerin
Unrühmlich ging er nun dahin.

Der Wunschkandidat des Volkes - Gauck -
Tauchte nun als Nachfolgekandidat wieder auf.
Und Angie musste, wenn auch mit Grimmen
Dieser Lösung wohl zustimmen.

Ja, das ist wohl heute leider keine Frage
Die Dilettanten sind die Heroen unserer Tage.
Denn durch Nichtwissen wird garantiert verhindert
Dass man durch Selbstzweifel arg wird behindert.

Dazu zeigt man sich impertinent -
Beratungsresistent.

Das zeigt uns heuer ganz genau,
der Berliner Flughafenbau.
Was einem dazu kommt vor Ohren,
Am Werk dort sind die größten Toren.
Doch zahlen tuen die es nicht,
Das zahlen wieder Du und ich.

Was mich auch arg in Erstaunen setzte
Ist der Entwurf des neuen Meldegesetzes.
Ich mir hier die letzt' verbliebenen Haare rauf,
Der Bürger steht da zum Verkauf.

Ich wollt' als Peer Steinbrück würd' ich diese Rede reden.
Was für ein Honorar würde man mir dann geben?
Mit dem Honorar, soviel es wohl sei,
Hielt ich euch alle hier im Saale frei.
So aber - ohne Salär ich muss reden.
Kann euch nur bitten mir einen auszugeben.

Nun Steinbrück macht sich weiter unbeliebt,
weil kürzlich er zum besten gibt,
Als Kanzler hier verdient man viel zu wenig,
Warum ist dieser Mann so dämlich
Und bewirbt sich dann für'n Amt wie dieses,
Wenn's nur gibt ein Salär ganz mieses?

Deutschland, Syrien, Saudi-Arabien und der Sudan
Haben es bisher noch nicht getan.
Unsere sauberen Volksvertreter sich mächtig zieren,
Das UN-Abkommen gegen Korruption zu ratifizieren.
Und das sicher nicht ganz ohne Grund,
Denn das Lobbyistentum läuft richtig rund.

Beraterhonorare, Aufsichtsräte, Rednersalär,
Einen Abgeordneten zu ködern fallt so nicht schwer.
So wird auch jedem schlagartig klar,
Wie das wohl mit so Entscheidungen war.

Z.B. jetzt, die Energiewende -
Es wurd' diskutiert ohne Ende
Worum, - man glaubt es nie,
Zu schonen vor Kosten die Großindustrie.
Das Ergebnis war wohl jedem klar
Die Vermögenden werden wieder geschont
Der kleine Mann wird geschröpft, wie gewohnt.

Die Gewinne werden privatisiert
Die Verluste werden sozialisiert
Das sogenannte unternehmerische Risiko
Kann man sich getrost stecken in den Po.
Das tragen die großen Verdiener nicht,
Das zahlen nämlich Du und ich.

Kehren wie nun von der großen Politik,
Hier zu uns nach Rheine zurück.

Ach, was muss man oft von bösen
Buben hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Frank und Josef hießen;
Die, anstatt durch weises Handeln
Zum Wohl der Stadt einher zu wandeln,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten. -
- Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!

- Die Bürgermeisterin necken, und sie quälen,
Nicht zimperlich beim Mittel wählen --
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als konstruktiv sich einzubringen
Und so sich Anerkennung zu erringen.
Denn diese Handlungsweise ist
Für das Wohl der Stadt  - großer Mist.

War es Verrat? Oder eines Knappen Treue?
Auf jeden Fall erfasste ihn nun Reue.
Der treue Eckhard gab bekannt,
Dass er dem Hemelt hat Internas benannt.

Ich find' es wirklich allerhand,
Dass dieser Mann sich hat bekannt.
Zu seinem Fehlern offen stehn,
Das möcht' ich häufiger wohl seh'n.

Ein Rat und ein Rathaus hat jede Stadt.
Rheine dazu parallel eine Entwicklungs- und
Wiıtschaftsfördeıungsgesellschaft hat.
Und da muss man doch wohl fragen,
Wer hat in Rheine denn das Sagen?

Die vom Bürger gewählte Bürgermeisterin samt Rat?
Sollte man glauben in der Tat.
Oder Josef Niehues mit seinen EWG-Vasallen
Tut sich als Stadthäuptling gefallen.
Dieses ständige Gerangel bringt mich in Wut
Denn dem Wohl der Stadt tut das gar nicht gut.

Kurz nach Neujahr es die Runde macht,
Die Stadtwerke haben es fertiggebracht
Bei einigen Kunden, man mag es kaum glauben,
Diese einen Tag zu früh auszurauben.
Wie „kundenfreundlich“ die Stadtwerke wirklich sind,
Beweisen Sie flugs dann mit diesem Unsinn

Eventuelle Rückbuchungsgebühren würden nicht in Rechnung gestellt,
Wenn der Kunde den Beweis erstellt,
Am Zahltag hab er können zahlen!
Das ist eine Frechheit allzumahlen.
Ich mein, der, welcher den Mist gemacht,
Von dem gehört es auch ohne wenn und aber in Ordnung gebracht.

Der Homo Rheinensis ist schon von eigener Art.
Am Stammtischen kommt er schnell in Fahrt.
Neigt leider dann auch zum Querulieren
Und das geht mir häufig doch auf die Nieren.

Bei allen Projekten, was es auch sei,
Die Querulanten sind immer schnell dabei,
Durch viele Bedenkenträger unterstützt,
Der Entwicklung der Stadt dies nur wenig nützt.

So dauerte auch nur kurz die Such,
Zu finden dazu diesen Spruch:

Recht zu machen jeder Mann,
Ist eine Kunst die keiner kann,
Doch am schwersten ist vor allem,
Dem Rheinenser zu gefallen.

Drum merket auf, es ist nicht alles schlecht was so kommt,
Es einem braven Rheiner Bürger sicher frommt,
Auch all das Gute mal zu sehen
So soll's fürderhin geschehen.

Darum - Schluss mit dem Gemecker.
Trübsinn geht mir ja auf den Wecker.
Die Zeit der Freud ist angesagt.
Darum ich rufe unverzagt:
Freue Dich - mit Singen und mit Lachen.
Bemüh' Dich and're Froh zu machen.

Die Narrenzeit ist schließlich da,
Es freut sich Kind und der Papa,
Die Mama ist ganz aus dem Häuschen.
Der Jungnarr pirscht auf Narren-Mäuschen.

Jetzt bin ich Mensch,
Jetzt darf ich's sein,
Drum rufen alle im Verein
Das donnernd es den Saal durchbraust
 

Rheine Helau